Reha-Training
Verschiedene Beschwerdebilder und Maßnahmen im Training
Subacromiales Impingementsyndrom
Dies ist die häufigste anzutreffende Erkrankung im Schulterbereich. Beim Anheben des Armes werden Weichteile zwischen dem Humeruskopf und dem Schulterdach komprimiert. Bezeichnend hierfür ist der sogenannte schmerzhafte Bogen (painful arc) zwischen 60 und 120° Abduktion. Wichtigste Trainingsziele: Haltungskorrektur bei Rundrücken, Kräftigung der Rotatorenmanschette sowie der schulterblattführenden Muskulatur.
Subacromiale Bursitis
Siehe oben, nur wird hier speziell die Bursa (also der Schleimbeutel) genannt.
Schulterinstabilität
Eine Schulterinstabilität ist häufig die Folge einmaliger oder wiederholt auftretender Luxationen (Auskugelungen). In 95 % der Fälle liegt eine vordere Instabilität des Schultergelenks vor. Das Problem hat erst dann einen Krankheitswert, wenn die Schulter in Alltagssituationen Schwierigkeiten bereitet. Je nach Ausprägung wird entweder konservativ oder operativ behandelt. Beim Training ist bei endgradigen Bewegungen in Richtung Retroversion/Außenrotation/horizontale Abduktion Vorsicht geboten. Wichtigste Trainingsziele: Kräftigung des Subscapularis, der gesamten Rotatorenmanschette und der schulterblattführenden Muskulatur.
Rotatorenmanschettenruptur
Dieser Begriff bezeichnet Sehneneinrisse im Bereich der Rotatorenmanschette. Meist sind die Muskeln Supraspinatus und Infraspinatus betroffen. Insbesondere Elevation/Abduktion sind schmerzhaft eingeschränkt oder gar unmöglich. Operative Therapie: Defektnaht; Trainingsziele: siehe Impingement.
Regeln zur Prävention von Schulterbeschwerden
von Jörg Schubert
- Korrekte Erwärmung, z. B. leichtes Rotatorentraining vor schwerem Schulterworkout
- Gewebeanpassung beachten (Sehnen und Gelenkstrukturen benötigen länger als Muskelgewebe, um an neue Belastungsreize zu adaptieren)
- Zwangslagenvermeidung (bei Anfängern nicht an die Grenzen der Schulterbeweglichkeit gehen, wenn sich der Teilnehmer mit eigener Kraft aus einer Übungsposition befreien muss)
- Biomechanik
- Bei Armbewegungen auf die mit- und weiterlaufenden Bewegungen des Schulterblattes und der Wirbelsäule achten
- Das Anheben des Armes über 100° hinaus nur bei gleichzeitiger Außenrotation im Schultergelenk
- Horizontale Armbewegungen nicht mit innenrotierten Armen ausführen, z. B. Liegestütze mit nach innen zeigenden Fingern
- Geräteeinstellungen
- Drehachsen beachten, wo notwendig
- Rücksicht nehmen auf Beschwerden
- Genau hinhören, was der Teilnehmer sagt
- Zentrierung des Humeruskopfes
- Einseitiges Training vermeiden
- Schulung der Körperwahrnehmung
- Verbesserung der Beweglichkeit
- Verbesserung der Propriozeption und Sensomotorik
- Training der Schnell- und Reaktivkraft
- Ausdauertraining
Weitere Informationen zum Training der „Problemzone“ Schulter, finden Sie im PDF
„Jörg Schubert: Problemzonentraining - Die Schulter im Fitnessstudio“
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