Was ist Functional Training?
(von Jörg Schubert, Master Fitness Trainer, Lehrer für Fitness, Gesundheit und Sportrehabilitation, Functional Training Expert)
Functional Training ist nicht bloß ein Trend, sondern die logische Folge neuester Erkenntnisse der Trainingswissenschaft sowie in der Rehabilitation und darüber hinaus die Methode der Zukunft im Bereich des leistungssportlich orientierten Trainings.
Wenn man traditionelles Krafttraining an Geräten auf seine Funktionalität hin überprüft, stellt man fest, dass die Trainingsmaschine die Stabilisierung für den Teilnehmer übernimmt, da das Gewicht auf einer fest vorgegebenen Bahn bewegt wird. Dies ist nicht funktionell, weil jeder Athlet bei der Ausübung seiner Sportart selbst für die Stabilität im Bewegungsablauf sorgen muss.
Functional Training besteht überwiegend aus Übungen, bei denen der Aktive mit beiden Füßen auf dem Boden steht und nicht von einem Kraftgerät unterstützt wird. Er lernt dabei, sein eigenes Körpergewicht zu halten und in allen Ebenen zu stabilisieren bzw. auszubalancieren. Die Übungen verbessern die Kraft, Schnellkraft, Koordination, Balance und Eigenstabilität schon nach kurzer Zeit, was insbesondere ältere Menschen wieder tritt- und alltagssicherer macht.
Übrigens bereitete sich die deutsche Fußballnationalmannschaft unter Jürgen Klinsmann schon 2006 mit Functional Training auf die Weltmeisterschaft vor. Als Widerstand wird bei dieser Trainingsform häufig nur das eigene Körpergewicht eingesetzt. Aber auch mit anderen, zum Teil recht einfachen Hilfsmitteln wie Stabilitätsball, Medizinball und/oder Funktionsbändern werden ganze Muskelketten trainiert und nicht nur selektiv einzelne Muskeln, wie es an den Kraftmaschinen im Fitnessstudio oder beim klassischen Bodybuilding der Fall ist. Krafttraining an Maschinen ist effektiv, um die maximale Kraft zu steigern. Doch die neuromuskuläre Fähigkeit, die man benötigt, um maximale Kraft auch integrativ anzuwenden, wird nicht gefördert.
Jede Übung beim Functional Training verbessert zugleich die Stabilität und Beweglichkeit des Rumpfes, unseres Kraftzentrums, von dem alle Bewegungen ausgehen, sowie die Koordination, Reaktionszeit und das Gleichgewicht des Sportlers bzw. Rehabilitanden. Typische Bewegungsmuster der jeweiligen Sportarten, wie zum Beispiel Golf, Tennis, Ballspiele, werden perfektioniert und Schwächen gezielt behoben, wodurch auch Verletzungen vorgebeugt wird.





